Gesunde Ernährung

Trennkost

Die Trennkost ist eigentlich keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung auf Dauer. Dennoch berichten viele Trennköstler davon, dass sie Gewicht abgenommen haben – und sich auf Dauer gesünder und wohler fühlen. Dies aber nur dann, wenn sie dabei bleiben. Und das ist der springende Punkt: Die Trennkost verlangt nicht viel von ihren Jüngern, kein Kalorienzählen und kein Hungern, dafür aber eins: Die strickte Trennung von eiweißhaltigen und kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln. Und zwar für immer.

Der Gedanke, der hinter der Trennkost steckt, kann stark vereinfacht so ausgedrückt werden: Für das Verdauen von Kohlenhydraten benötigt der Körper andere Mittel als für die Verdauung von Eiweißen, nämlich für das eine Säure, für das andere Laugen/Basen. Kommen beide zusammen, neutralisieren sie sich gegenseitig und die Verdauung ist gestört. Sie braucht länger, und im Körper entwickeln sich Gase, die auf Dauer zu "Zivilisationskrankheiten" führen. Isst man dagegen Kohlenhydrate und Eiweiß getrennt voneinander, kann der Körper wunderbar beides zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten (Mund/Darm) verdauen.

Das Ziel der Trennkost ist also, die Verdauungsorgane zu entlasten und die Verdauung zu beschleunigen, damit Krankheiten gar nicht erst entstehen und der Körper aus seiner Trägheit erwacht. Durch eine Wiederherstellung der Säure-Basen-Harmonie soll der Körper wieder mehr Energie haben. Der Blutzuckerspiegel sinke, damit auch der Heißhunger, und damit auf Dauer auch das Gewicht, so verspricht es die Trennkost.

Einfaches Grundprinzip der Trennkost ist die strikte Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten bei jedem Essen. Wenn es zum Mittagessen also Fleisch gibt, isst man dazu auf keinen Fall Brot, Nudeln, Reis oder Kartoffeln, sondern reichlich Gemüse, Salat oder Obst. Isst man am Abend Kartoffeln, gibt es dazu auf keinen Fall Fisch oder Fleisch, sondern wieder Salat, Gemüse oder Obst, und zwar reichlich. Wichtig ist, dass zwischen dem Essen von Kohlenhydraten und dem Essen von Eiweißen mindestens drei Stunden Zeit liegen.

Das Sympathische an der Trennkost ist, dass niemand hungern soll. Wenig Zucker, wenig Fett, wenig Schweinefleisch, viel Obst und Gemüse, so will es die Trennkost – und das entspricht auch den allgemeinen ernährungsphysiologischen Empfehlungen.

Das Problem bei der Trennkost ist aber, dass sich Eiweiß und Kohlenhydrate nicht immer und auf Anhieb so leicht trennen lassen, schon gar nicht für den ungeübten Laien. Viele Tabellen, einige Hintergrundbücher und ein geschärftes Bewusstsein sind dafür nötig. Kritiker der Trennkost spotten, Trennköstler wollten nur ihre Bücher verkaufen. Doch das behauptet eigentlich jede Diät von der gegnerischen.

Unbestritten ist, dass seit ihrer Erfindung durch den US-Arzt Dr. Hay zu Beginn des 20. Jahrhunderts, viele Menschen die Trennkost für sich entdeckt haben. Manche geben irgendwann wieder auf, weil es bequemer ist, in alte Ernährungsgewohnheiten zurückzufallen. Viele berichten aber auch davon, dass die Trennkost ihnen dauerhaftes Wohlgefühl und eine bessere Figur beschert. Vor allem dann, wenn sie sich nicht an die ursprüngliche Empfehlung des Trennkost-Erfinders halten, Säure bildende Lebensmittel zu meiden (er wollte damit seine Nierenkrankheit heilen), sondern einfach nur Eiweiße und Kohlenhydrate trennen.