Gesunde Ernährung

Ballaststoffe

Unter Ballaststoffen versteht man höhere Zuckerstoffe (Polysaccharide). Der Name Ballaststoffe erklärt sich aus der Tatsache, dass sich diese höheren Zuckerstoffe vom Organismus des Menschen nicht verdauen lassen. Daher wurden sie auch lange Zeit von Ernährungsphysiologen als Ballast bezeichnet, woher sie ihren Namen haben.

Ballaststoffe binden schädliche und unerwünschte Stoffe, die sich im menschlichen Verdauungssystem befinden und unterstützen so, dass diese schnell mit dem Stuhl ausgeschieden werden können. Um 1975 untersuchten amerikanische Wissenschaftler die Eßgewohnheiten afrikanischer Völkerstämme. Man fand heraus, dass sich diese Menschen sich vorwiegend von Gemüse und kaum Fleisch ernährten. Als Grundnahrungsmittel galt Hirse. Bei diesen Untersuchungen entdeckte man die Auswirkungen der Ballaststoffe auf den menschlichen Organismus und seit den 80igerJahren gehören Ballaststoffe auch in Europa zu den Lehrinhalten der Ernährungslehre.

Das Wissen um die wertvolle Adsorptionsfähigkeit (Bindevermögen) der Ballaststoffe, ihre Faserstruktur und ihr Wasserbindungsvermögen, so wie die lebenswichtigen Nährstoffe wie Eisen und Calcium, die in ihnen enthalten sind, machen sie zu einem wichtigen Bestandteil der heutigen Ernährungslehre.

Wir unterscheiden zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen, die mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr in einer Menge von mindestens 30g täglich aufgenommen werden sollten. Dies empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Die Zufuhr von Ballaststoffen kann erhöht werden, indem den Anteil an Fett und tierischen Lebensmitteln, vor allem Fleisch und Wurst, reduziert und den Anteil an Gemüse, Obst und Vollkorngetreiden oder -produkten an der Energiezufuhr erhöht wird.

Da Ballaststoffe nicht nur Schadstoffe, sondern auch lebenswichtige Nährstoffe binden, sollte man aber auch keine zu ballaststoffreiche Ernährung anstreben. 100g Roggenvollkornbrot enthalten z.B. eine Menge von 7,7g Ballaststoffen, während 100g Weizenkleie schon 43g enthalten, also mehr als einen ganzen Tagesbedarf decken. Naturreis und Haferflocken beinhalten genauso wie Obst und Gemüse unterschiedlich viele Ballaststoffe, z.B. beträgt der Unterschied zwischen 100g Weizenvollkornbrot (7,5g) und 100g Johannisbeeren (6,8g), nur 0,7g. Ballaststoffe sind in Vollkorngetreiden, Obst und Gemüse enthalten.