Gesunde Ernährung

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel erhält der Verbraucher in Form von Pillen, Pulvern oder Kapseln. Diese enthalten in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe oder Fettsäuren. 1 Milliarde Euro werden jährlich von den Verbrauchern für Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben, mit der Hoffnung auf eine positive Auswirkung auf die eigene Gesundheit.

Nahrungsergänzungsmittel werden als Produktgruppe gesehen, die einen Status zwischen Arzneimitteln und Lebensmitteln haben. In rechtlicher Hinsicht sind sie den Lebensmitteln zuzurechnen, womit sie unter die Regelungen des Lebensmittel- und Futtergesetzbuches fallen. Dort gibt es im Anhang eine gesonderte Nahrungsmittelergänzungsverordnung, wo die erlaubten Inhaltsstoffe für Nahrungsergänzungsmittel genannt sind. Die regionalen Unterschiede bezüglich der Zugehörigkeit zu den Lebensmitteln sind sehr groß. In Amerika werden einige Produkte als Nahrungsergänzungsmittel verkauft die nach gültigem Deutschen Recht unter die Verordnungen für Arzneimittel fallen.

Definiert sind Nahrungsergänzungsmittel in der Nahrungsergänzungsmittelverordnung als Lebensmittel, die die Ernährung in dosierter Form durch die Konzentration von Nährstoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung ergänzen sollen. Sie dürfen keine krankheitsbezogenen Aussagen enthalten. In der Praxis wird das durch Erfahrungsberichte in Presseartikeln, Vorträgen oder Beratungen, die von der Pharmaindustrie forciert werden, kompensiert.

Als sinnvoll wird eine Nahrungsergänzung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Antioxidantien (diese dienen als Radikalfänger) angesehen. Aber auch bei diesen Inhaltsstoffen ist zu beachten, dass eine Überdosierung in manchen Fällen schädlich sein kann. Zuviel Vitamin E kann zum Beispiel das Sterblichkeitsrisiko erhöhen und eine Überdosis an Vitamin A kann zu Haarausfall führen.

Für alle anderen oben nicht genannten Inhaltstoffe gibt es nicht nachweisbar den Bedarf oder Nutzen einer zusätzlichen Zufuhr in Form von Nahrungsergänzungsmitteln.

Generell warnen Verbraucherschützer vor Nahrungsergänzungsmitteln, da sie als Lebensmittel nicht den strengen für Medikamente geltenden Kontrollen unterworfen sind. Tests auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bleiben also aus. Zudem wird darauf hingewiesen, dass es momentan noch keine einheitlichen Empfehlungen dazu gibt, ob der Körper eine zusätzliche Ergänzung der Nahrung durch Nahrungsergänzungsmittel überhaupt benötigt. Daher ist auch nicht klar, in welcher Dosierungsmenge Nahrungsergänzungsmittel angewendet werden sollten. Nach den neusten Auflagen sind die Hersteller aber dazu verpflichtet vor einer Überdosierung zu warnen und darauf hinzuweisen, dass die Nahrungsergänzung eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht ersetzen kann.

Ein weiteres Problem ist die sehr unterschiedliche Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln. Angaben der Wirkstoffmengen haben keine Aussagekraft, da sie individuell unterschiedlich wirken und unterschiedlich gut vom Körper aufgenommen werden. Eine durchweg positive Wirkung von Nahrungsergänzungsmittel konnte selbst durch Großstudien nicht nachgewiesen werden. Des Weiteren weisen Forscher ausdrücklich darauf hin, dass Vitaminpräparate die Wirkung von Medikamenten negativ beeinflussen können.

Laut Forschern haben künstlich hergestellte Vitaminpräparate nicht das Potential dazu, Vitamine in Obst und Gemüse vollständig zu ersetzen. Bei einem Mangel an verschiedenen Vitaminen kann eine Ergänzung mit den jeweiligen Substanzen bei älteren Menschen, Kranken, Schwangeren oder Sportlern sinnvoll sein.

Zu beachten ist, dass aber nicht jeder Mensch, der die Referenzwerte für die tägliche Vitaminversorgung nicht erreicht, gleich einen Vitaminmangel hat. Diese Referenzwerte erhalten nämlich einen Sicherheitspuffer von 20-30%. Der menschliche Körper kann sich jedoch gut an eine etwaige minimale Unterschreitung anpassen, weshalb eine exakte Einhaltung solcher Referenzwerte nicht notwendig ist. Will man den eigenen Vitaminstatus genau feststellen, hilft nur eine Blutuntersuchung, aus der dann auch ersichtlich ist, ob eine Mangelerscheinung vorliegt. Aus einer solchen Blutuntersuchung kann man dann auch darauf schließen, wie der persönliche Bedarf an bestimmten Stoffen ist.

Als Resümee ist zu ziehen, dass ein gesunder Erwachsener mit einer abwechslungsreichen und vollwertigen Ernährung keine speziellen Nahrungsergänzungsmittel braucht, da er den persönlichen Bedarf in der Regel selbst decken kann. Im Normalfall sind Nahrungsergänzungsmittel also überflüssig. Wie schon oben erwähnt kann jedoch bei Mangelerscheinungen eine Nahrungsergänzung für bestimmte Personengruppen sinnvoll sein. Jedoch ist eine Absprache mit einem Arzt oder Ernährungsberater vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert. Als allgemeine Richtlinie gilt, dass die Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln nicht die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Nährstoffwerte übersteigen sollte.