Gesunde Ernährung

L-Carnitin

L-Carnitin ist ein vitaminähnlicher Wirkstoff. Dieser kann entweder im Körper selbst aus Vitamin C, B6, B12, Niacin, Folsäure, Eisen und verschiedenen Enzymen hergestellt werden. Jedoch kann der erstmals von russischen Forschern Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte Stoff auch über die Nahrung aufgenommen werden. L-Carnitin ist vor allem in rotem Fleisch (wie zum Beispiel Schafs- und Lammfleisch), aber auch in Fisch, Obst und Gemüse enthalten. Die Annahme, dass die endogen – also im Körper selbst – hergestellte Menge an L-Carnitin nicht ausreicht und besonders Vegetarier dies durch eine gezielte Einnahme des Stoffes ausgleichen sollten, muss bezweifelt werden.

Ebenfalls wenig bis keine Wirkung zeigt eine übersteigerte Einnahme von L-Carnitin als Nahrungsergänzungsmittel, denn bei einem Überschuss an L-Carnitin, der die normale Menge in einer Zelle überschreitet, wird der Stoff einfach wieder ausgeschieden. Bei einer extremen Überdosierung von L-Carnitin (schon ab 3-4 Gramm am Tag) kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Da der Stoff wie schon erwähnt bei zu hohen Werten wieder ausgeschieden wird und aufgrund des möglichen Durchfalls, kann es auch zu erheblichem Wasserverlust kommen. Dieser sollte umgehend ausgeglichen werden.

L-Carnitin als Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen, ist jedoch bei Schwangeren und Leistungssportlern eventuell sinnvoll, da man bei diesen Gruppen von einem geringen L-Carnitin-Wert ausgeht. Ein Mangel an L-Carnitin kann z.B. durch einen Bluttest festgestellt werden.

Dennoch ist die weit verbreitete Meinung, L-Carnitin erhöhe die Leistung und steigere die Fettverbrennung, nicht zutreffend. Diese Wirkung bei einer gezielten Einnahme von L-Carnitin konnte bisher nur im Laborversuch, nicht jedoch in Feldstudien mit Sportlern nachgewiesen werden. Gesichert ist bisher nur die Erkenntnis, dass L-Carnitin beim Fettstoffwechsel eine Funktion übernimmt. Der Stoff übernimmt hierbei eine Transportfunktion. Die Mitochondrien, sozusagen die Kernkraftwerke in den menschlichen Zellen, benötigen zur Energiegewinnung Fettsäuren. Diese sind allerdings innerhalb derselbigen nicht enthalten. Kurze Fettsäuren bahnen sich selbständig ihren Weg in die Mitochondrien, langkettige Fettsäuren werden mit Hilfe von L-Carnitin hineingeschleust.

Von Ärzten wird l-Carnitin unter anderem zur Verbesserung der Blutfettwerte verschrieben. Das Image von L-Carnitin als Fat-Burner und somit Wundermittel bei Diäten und als Leistungssteigerer kann also bisher nur als Mythos angesehen werden. Eine Einnahme von L-Carnitin zur Gewichtsabnahme kann, wenn überhaupt, nur in Verbindung mit Sport Wirkung zeigen.