Fitness und Sport

Aktive und passive Beweglichkeit (Beweglichkeit)

Der Begriff Beweglichkeit ist als Fähigkeit, Bewegungsabläufe mit einer großen Bewegungsamplitude (= große Auslenkung) auszuüben, definiert. Die Beweglichkeit setzt sich aus Gelenkigkeit und Dehnfähigkeit zusammen.

Die Beweglichkeit jedes einzelnen ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Vor allem spielt der Aufbau (d.h. wie gut passen Gelenkkopf und Gelenkpfanne ineinander) und der Zustand der Gelenke eine große Rolle. Darüber hinaus ist die Form und Beschaffenheit der Knorpel von Bedeutung. Ist der Gelenkknorpel gut ausgebildet, kann der Druck bei der Bewegung gut verteilt werden und schränkt so die Beweglichkeit nicht ein. Auch die Bänder können die Beweglichkeit beschränken, da sie durch ein Training der Beweglichkeit nicht beeinflusst werden können. Zusätzlich wird die Beweglichkeit von äußeren Faktoren wie der Tageszeit, der Körpertemperatur und der körperlichen Ermüdung eingeschränkt.

Die Beweglichkeit wird in zwei Bestandteile gegliedert: die aktive und die passive Beweglichkeit. Bei der aktiven Beweglichkeit handelt es sich um die größtmögliche Bewegungsamplitude, die durch eine Muskelkontraktion zustande kommen kann. Die aktive Beweglichkeit wird auch als physiologischer Bewegungsbereich bezeichnet. Die passive Beweglichkeit kommt dann zum Tragen, wenn eine größtmögliche Bewegungsamplitude durch das Einwirken von Außen, beispielsweise durch einen Trainingspartner oder Gewichte, erreicht wird. Dieser Bewegungsbereich wird als anatomisch bezeichnet. Grundsätzlich gilt, dass die passive Beweglichkeit immer größer ist als die aktive Beweglichkeit ist. Der Grund dafür ist, dass durch Kraftzufuhr von außen die pathologische Bewegungsgrenze erreicht werden kann.

Sowohl beim Training der aktiven als auch beim Training der passiven Beweglichkeit, kann man auf die statische Dehnung (d.h. der Muskel wird in eine bestimmte Stellung gebracht und für 8-10 Sekunden gehalten) und die dynamische Dehnung (d.h. rhythmische und federnde Bewegungen werden 15-20mal wiederholt) zurückgreifen.

Anzumerken ist, dass das Begriffpaar aktive und passive Beweglichkeit immer noch verwendet wird, obwohl die Situation dadurch nicht exakt wiedergegeben werden kann. Zum Beispiel bei einer passiven Dehnung mit Hilfe eines Partners ist eine aktive Komponente, die Fähigkeit der Entspannung des Antagonisten (d.h. Gegenspieler bei paarweise arbeitenden Muskeln), vorhanden. Mit den Begrifflichkeiten aktive und passive Beweglichkeit können also nicht alle ablaufenden Prozess erfasst werden.

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