Fitness und Sport
Atemgymnastik
Im Grunde glaubt zwar jedermann
Dies, dass er richtig atmen kann.
Jedoch das geht nicht so bequem:
Gleich bringt ein Mensch uns ein System!
Erklärt, dass unserer Atemseele
Der Gottgewollte Rhythmus fehle.,
so beginnt ein Gedicht von Eugen Roth, das schließlich mit den Zeilen endet:
Kurzum, der Mensch belästigt uns
Mit dem System, dem überschlauen,
bis wir uns nicht mehr schnaufen trauen.
Wirklich falsch atmen, oder gar, sich nicht mehr trauen zu atmen, das kann eigentlich niemand, denn normalerweise verläuft die Atmung unbewusst über einen Reflex, der von Gehirn gesteuert wird. Sinn einer solchen unbewussten Atmung ist, unseren Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff zu versorgen.
Wir haben allerdings die Möglichkeit, die Atemmuskulatur, also das Zwerchfell und die Muskeln zwischen den Rippen, auch bewusst zu steuern. Das gibt uns die Möglichkeit, sie durch Atemgymnastik zu trainieren und so letztlich unsere Sauerstoffaufnahme zu verbessern. Eine durch Atemgymnastik trainierte Atmung hilft nicht nur Menschen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis, sondern kann auch das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Gesunden verbessern. Zu den positiven Wirkung einer regelmäßigen Atemgymnastik gehören Stressabbau, die Verbesserung von Schlafstörungen, mehr Gelassenheit im Alltag und eine Stärkung des Immunsystems.
Die Atemgymnastik hält eine große Anzahl von Übungen bereit. Praktisch ist, dass viele dieser Übungen einfach und schnell auszuführen sind und sie überall eingeschoben werden können. Diese einfache Übung kann zum Beispiel im Stehen ausgeführt werden:
Den Kopf nach vorne beugen und das Kinn auf das Brustbein sinken lassen. Die Schultern fallen ebenfalls locker nach vorn. Die Oberarme drücken leicht gegen die seitlichen Rippenbögen. Man lässt jetzt sehr langsam den Atem aus dem geöffneten Mund strömen und versucht sich dabei im gesamten Oberkörper zu lockern. Durch das Anheben des Kopfes, bei gleichzeitigem Zurücknehmen der Schultern und seitlicher Aufwärtsbewegung der Arme geht man dann in eine eigentlich von selbst laufende Einatmung über.
Des Weiteren gehören zur Atemgymnastik zahlreiche Übungen im Liegen oder im Sitzen. Atemgymnastik umfasst die Brust-, Flanken- und Bauchatmung und wird immer in einer die Atemmuskeln unterstützenden Körperhaltung ausgeführt. Eine bekannte Haltung der Atemgymnastik ist beispielsweise die Kutscherhaltung, bei der im Sitzen die Ellenbogen auf den Knien abgestützt werden.
Wer die Atemgymnastik für sich nutzen möchte findet dazu ein breites Angebot, das von Literatur zur Atemgymnastik, über Kurse in Wellness-Einrichtungen bis hin zur therapeutischen Atemgymnastik in Praxen reichen.
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