Fitness und Sport

Ausgleichen der Sauerstoffschuld

Bei Ausdauerleistungen, die sich im aeroben Bereich abspielen (Energiebereitstellung durch Oxidation), wird auch nach Beendigung dieser Belastung noch einige Zeit eine gewisse Sauerstoffmenge aufgenommen. Diese Sauerstoffmenge entspricht dann aber dem der Belastung und nicht dem Ruhezustand entsprechenden Bedarf, und so wird die zu große Menge an Sauerstoff als Sauerstoffschuld bezeichnet.

Der Begriff der Sauerstoffschuld darf nicht mit dem Sauerstoffdefizit verwechselt werden: Das Sauerstoffdefizit entsteht meist zu Beginn einer Belastung, wenn der Sauerstoffbedarf durch die Sauerstoffaufnahme noch nicht gedeckt werden kann, weil sich der Organismus erst auf die erhöhten Anforderungen einstellen muss. Da der Körper nun zu Beginn einer Belastung oder aufgrund einer sehr hohen Belastung den Sauerstoffbedarf nicht decken konnte und ein Sauerstoffdefizit entstanden ist, muss dieses Defizit wieder ausgeglichen werden.

Hier leistet der überschüssige Sauerstoff, also die Sauerstoffschuld nach dem Ende der Belastung, Hilfe beim Ausgleichen des Sauerstoffdefizits. Sauerstoffdefizit und Sauerstoffschuld müssen in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen, um einen Leistungsabfall oder gar den Zusammenbruch zu verhindern. Bei einer hohen Belastung, durch die ein großes Sauerstoffdefizit entsteht, muss der Körper das Defizit innerhalb einer Erholungsphase nach der Belastung durch die Sauerstoffschuld ausgleichen. Je niedriger die Belastung ist und je länger der Körper Zeit hat, sich darauf einzustellen, desto kleiner fällt auch das Sauerstoffdefizit aus und desto geringer ist die Sauerstoffschuld nach der Belastung.

Eine hohe Puls- und Atmungsfrequenz nach einer sportlichen Belastung sind Zeichen dafür, dass ein großes Sauerstoffdefizit entstanden ist, das nun durch die Sauerstoffschuld (=Sauerstoffmehraufnahme) ausgeglichen werden muss. Die Sauerstoffschuld ist trainierbar, und so kann ein gut trainierter Sportler ein großes Sauerstoffdefizit eingehen, weil es ja nach dem Training bzw. Wettkampf durch die Sauerstoffschuld wieder ausgeglichen wird. Zum Training der Sauerstoffschuld eignet sich am besten die Intervall-Methode, bei der zwischen den Belastungen Pausen gesetzt werden, die nicht zur vollständigen Regeneration ausreichen.

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