Fitness und Sport

Behindertensport

Analog zum Sport nicht behinderter Menschen wird auch beim Behindertensport unterschieden zwischen Breitensport und Leistungssport. Allgemein geht es beim Breitensport um die körperliche Ertüchtigung und einen Ausgleich zum Bewegungsmangel im Alltag. Es soll Sport für möglichst viele Menschen sein. Beim Breitensport für Behinderte kommt die Stärkung und Erhaltung verbliebener Leistungsfähigkeit mit hinzu, also eine gewisse Rehabilitationsfunktion. Aber auch die Entlastung der Familien von Betreuungsaufgaben spielt beim Behindertensport eine Rolle. Im Vordergrund stehen jedoch ganz klar der Spaß am Sport und auch die sozialen Komponenten, die sich aus der Mitgliedschaft in einem Verein ergeben.

In Deutschland kümmert sich der Deutsche Behindertensport Verband sowohl um Breiten- als auch um Leistungssport für Behinderte. Unter anderem organisiert der Verband das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung – analog zum Sportabzeichen für Menschen ohne Behinderung – sowie Spiel- und Sportfeste und Breitensportturniere. Denn Breiten- oder Freizeitsport bedeutet nicht automatisch, dass überhaupt keine Wettkämpfe stattfinden.

Allerdings sind diese Wettkämpfe in einem anderen Licht zu sehen als die Wettkämpfe im Leistungssport. Wo auf der einen Seite der Spaß im Vordergrund steht, sind es auf der anderen Seite ganz klar Spitzenleistungen auf nationaler und internationaler Ebene. Leistungs- oder Hochleistungssport zeichnet sich durch ein intensives Ausüben und auch durch ein organisiertes und strukturiertes Wettkampfsystem aus. Analog zu Wettkampfsystemen bei den nicht behinderten Sportlern, existieren solche auch im Behindertensport.

Die wohl bekannteste Veranstaltung des Behindertensports sind die Paralympics (vom gr. paralysis = Lähmung in der Zusammensetzung mit Olympic Games). Die Paralympics finden in der Regel kurz nach den Olympischen Spielen und am gleichen Ort wie diese statt. Zuletzt trafen sich die behinderten Leistungssportler kurz nach den Olympischen Winterspielen in Turin 2006. Um gerechte und faire Wettkämpfe zu garantieren, spielt beim Behindertensport die Klassifizierung eine noch fast größere Rolle, als sie beispielsweise der Unterteilung in verschiedene Alters- oder Gewichtsklassen bei den nicht behinderten Sportlern zugeschrieben wird.

Bei der Einteilung in die verschiedenen Klassen werden sowohl die Art der Behinderung berücksichtigt, als auch wie sich die Behinderung auf die Ausübung des jeweiligen Sports auswirkt. Bei den Paralympics wird in folgende Kategorien unterteilt: Amputierte, Cerebral paretik (hier ist der Bewegungsablauf durch Schädigungen des Gehirns beeinträchtigt), Sehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Les Autres (diejenigen Körperbehinderten, die sich nicht in die zuvor genannten Gruppen fallen). Im Wesentlichen ähnelt diese Kategorisierung denen, die der Deutsche Behindertensport-Verband nennt. Weiterhin wird innerhalb der Klassen noch nach Grad der Behinderung unterschieden. Durch diese Einteilung soll ganz klar auch die Möglichkeit auf erfolgreiche Teilnahme gesichert werden, denn dies steigert nicht nur das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl der Sportler, sondern auch wesentlich die Motivation und überhaupt den Willen zur Teilnahme an den Paralympics.

Neben den Paralympics gibt es noch die Deaflympics für gehörlose Sportler – sie finden alle zwei Jahre statt, wobei sich Sommer- und Winterspiele abwechseln – sowie die Special Olympics, die sich an geistig behinderte Sportler richten. Beide Veranstaltungen sind vom IOC (Internationalen Olympischen Komitee) anerkannt.

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