Fitness und Sport

Golgi-Sehnenorgane (Rezeptoren)

Die Golgi-Sehnenorgane sind Rezeptoren, deren Aufgabe im Körper darin besteht, die Spannung in der Muskulatur zu messen. In anderen Worten: Die Golgi-Sehnenorgane registrieren, ob einzelne Muskeln angespannt oder gedehnt sind.

Bei einem aktiven Anspannen eines Muskels oder aber auch bei einer Dehnung werden diese Rezeptoren, die sich in der Nähe der Sehnen befinden, gereizt, und senden ein entsprechendes Signal zur Verarbeitung an das Rückenmark und das Gehirn. Das verhindert sowohl eine Überdehnung eines Muskels, bei der durch das Warnsignal der Golgi-Sehnenorgane der Muskel sofort reflexartig angespannt wird, als auch eine zu starke krampfhafte Kontraktion.

Im Gegensatz zu den Muskelspindeln, die ebenfalls auf eine Dehnung des Muskels reagieren und die die Länge des Muskels feststellen, messen die Golgi-Sehnenorgane ausschließlich die Spannung im Muskel. Die Golgi-Sehnenorgane haben darüber hinaus auch eine bedeutende Funktion bei der kinästhetischen Wahrnehmung des Körpers. Diese wird auch als Tiefenwahrnehmung bezeichnet und ist die Wahrnehmung von Bewegung unter Ausschluss von optischen und akustischen Signalen. Einfach formuliert ermöglicht die Tiefenwahrnehmung das Fühlen des Körpers bzw. verschiedener Körperpositionen, obwohl diese nicht gesehen werden. Wir können zum Beispiel bei geschlossenen Augen unsere Nasenspitze mit einem Finger berühren, obwohl wir diese nicht sehen. Das ist nur dadurch möglich, dass wir spüren, wo im Raum sich unser Arm und unsere Hand befindet. Dies wiederum ermöglichen die Informationen der Golgi-Sehnenorgane und anderer Muskelrezeptoren.

Die kinästhetische Wahrnehmung ist vor allem für Sportler von besonderer Bedeutung, da sie bei komplizierten Bewegungsabläufen eine besonders gute Eigenwahrnehmung haben müssen, die ohne Rezeptoren wie die Golgi-Sehnenorgane unmöglich wäre. Noch eine weitere wichtige Rolle haben die Golgi-Sehnenorgane bei der Messung der Kontraktionskraft der Muskeln, sie ermöglichen damit die richtige Dosierung von Kraft, die vor allem bei feinmotorischen Vorgängen von besonderer Bedeutung ist. So muss z.B. ein voller Trinkbecher mit mehr Kraft in die Hand genommen werden, als ein leerer. Vor allem Sportler sollten ihre Tiefenwahrnehmung trainieren, indem sie die Vorgänge im Körper, z.B. durch ein Training mit geschlossenen Augen, besonders bewusst wahrnehmen.

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