Fitness und Sport

Kurz-, Mittel-, Langzeitausdauer (Ausdauer)

Für jeden Sportler, egal ob in einem Verein oder als Mitglied eines Fitness-Clubs, ist es wichtig, die verschiedenen Arten der Ausdauer zu kennen, da die Ausdauer eine wichtige Grundlage für jede Sportart ist. Man unterscheidet je nach der zeitlichen Länge einer Belastung, zwischen Kurz-, Mittel- und Langzeitausdauer.

Muss der Körper eine sportliche Belastung von 45 Sekunden bis etwa 2 Minuten aushalten, so spricht man von Kurzzeitausdauer, bei einer Belastung zwischen 2 Minuten und ca. 10 Minuten von Mittelzeitausdauer, und ab einer Belastungsdauer von 10 Minuten handelt es sich um Langzeitausdauer.

Eng verbunden mit den Begriffen Kurz-, Mittel- und Langzeitausdauer sind auch die Begriffe der aeroben und anaeroben Energiebereitstellung. Hier handelt es sich um Energiebereitstellungssysteme, die oxidativ bzw. anoxidativ erfolgen. Bei der Kurzzeitausdauer verläuft der Energiebereitstellungsprozess anaerob, das heißt, der Körper kann den Sauerstoffbedarf zu Beginn einer sportlichen Belastung nicht abdecken und geht ein Sauerstoffdefizit ein. Durch den anoxidativen Prozess der Glycolyse kann für einen kurzen Zeitraum dennoch die benötigte Energie bereitgestellt werden, und dabei entsteht Milchsäure (Laktat). Das entstandene Sauerstoffdefizit kann der Körper nach Ende der sportlichen Belastung ausgleichen, man spricht dann von Sauerstoffschuld; diese Fähigkeit des Körpers ist trainierbar.

Bei der Langzeitausdauer verläuft die Energiebereitstellung im Gegensatz zur Kurzzeitausdauer aerob, das bedeutet, dass während einer sportlichen Belastung die Energie durch Oxidation bereitgestellt wird, der Sauerstoffbedarf durch Sauerstoffzufuhr also gedeckt wird. Für die Langzeitausdauer ist auch das Maß der spezifischen maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) wichtig, also die Fähigkeit des Körpers, pro Minute und Kilogramm Körpergewicht möglichst viele Milliliter an Sauerstoff zu verarbeiten. Je besser dieser Wert, desto besser ist auch die Langzeitausdauer.

Bei der Mittelzeitausdauer geht die Energiebereitstellung von anaerob zu aerob über; bei einer Belastung von ca. 3 Minuten halten sich die beiden Systeme die Waage, bei einer längeren Belastung dominiert die aerobe Energiebereitstellung. Für Kurzeitausdauer-Leistungen kann der Körper zur Energiebereitstellung noch auf eigene Reserven wie ATP und Kreatinphosphat zurückgreifen, während er bei Mittel- und Langzeitausdauer-Leistungen als Brennstoff Kohlehydrate braucht. Bei sehr langen Belastungen können auch die Fettreserven angegriffen werden.

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