Fitness und Sport
Sauerstoffschuld
Wer dem Körper zu viel Sauerstoff schuldig geblieben ist, wird dies am folgenden Tag als Muskelkater zu spüren bekommen. Von Sauerstoffschuld spricht man, wenn ein Trainierender eine bestimmte Belastungsgrenze überschritten hat. Diese Grenze ist der Schwellenwert zwischen aerober und anaerober Bereitstellung von Muskelenergie.
Der Schwellenwert, ab dem es zu einer Sauerstoffschuld kommt, wird von einem untrainierten Sportler wesentlich schneller erreicht als von einem trainierten. Die aerobe Energiebereitstellung entspricht dem Normalzustand, denn bei normaler Belastung gewinnt der Muskel durch einen physiologischen Prozess Energie, bei dem Sauerstoff verbraucht wird. Dieser normale Sauerstoffverbrauch hat mit Sauerstoffschuld noch nichts zu tun, denn im aeroben Trainingsbereich halten sich Sauerstoffverbrauch und Sauerstoffaufnahme die Waage.
Bei höherer Belastung atmet der Mensch hier einfach schneller, um den Muskeln mehr Sauerstoff zur Verfügung stellen zu können. Wenn jedoch so viel Energie benötigt wird, dass diese nicht mehr durch noch schnelleres Atmen gewonnen werden kann, so entsteht eine Sauerstoffschuld und der Körper schaltet auf anaerobe Energiebereitstellung um. Im anaeroben Bereich gewinnt der Muskel seine Energie durch einen anderen physiologischen Prozess. Bei diesem Prozess fällt als Abfallprodukt Milchsäure an, welche später die Ursache für Muskelkater ist.
Eine gewisse Sauerstoffschuld tritt jedoch zu Beginn eines Trainings immer auf, denn Atmung und Kreislauf müssen erst noch in die Gänge kommen. Eine Sauerstoffschuld in der Anlaufphase eines Trainings ist völlig normal und wird auch am Folgetag keine größeren Konsequenzen nach sich ziehen. Dennoch müssen vor allem Läufer darauf achten, nicht zu schnell anzulaufen. Bei Übersäuerung der Muskeln sind sie ansonsten gezwungen, die Belastung vorzeitig zurücknehmen oder sogar ganz abbrechen. Kritisch wird es ferner auch, wenn nach der Aufwärmphase die Leistungsgrenze so weit überschritten wird, dass der Trainierende sich über längere Zeit nicht mehr im aeroben, sondern im anaeroben Bereich bewegt. Wenn die Sauerstoffschuld zu hoch wird, blockiert die Milchsäure die Arbeit der Muskeln zunehmend, und der Trainierende wird sich am folgenden Tag nur schwer bewegen können.
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