Fitness und Sport
Sportherz (Herz-Kreislauf-System)
In nur einer Minute wird der Organismus vom gesamten Blut des Menschen (= 5 bis 6 Liter) einmal durchströmt. Dabei sind die Arterien und Venen das Transportsystem und das Blut selber fungiert als Transportmittel. Auf diese Weise wird der Körper mit Nährstoffen versorgt und Stoffwechselprodukte werden entsorgt. Damit der Blutkreislauf aufrechterhalten werden kann, ist der Blutdruck notwendig. Der Blutdruck ist davon abhängig, ob sich das Herz zusammenzieht oder erschlafft.
Ein so genanntes Sportherz ist ein vergrößertes (es ist fast doppelt so groß wie ein normales Herz), aber gesundes Herz. Typisch für ein Sportherz sind die erweiterten Herzkammern, die verdickte Herzmuskulatur und erweiterte Herzkranzgefäße. Diese Anpassungen entstehen, um eine angemessene Durchblutung, Ernährung und Sauerstoffversorgung des besonders starken Herzmuskels sicherzustellen.
Es kommt zur Herausbildung eines Sportherzens, wenn eine Person ein langjähriges, regelmäßiges und intensives Ausdauertraining betreibt. Das Sportherz stellt also eine Anpassung an eine körperliche Dauerbelastung dar. Ausgeprägt ist das Sportherz bei Leuten, die klassische Ausdauersportarten wie Langstreckenlauf, Rennradfahren und Triathlon betreiben. Betreibt man jedoch azyklische Bewegungsarten wie zum Beispiel beim Ballsport kommt es normalerweise nicht zur Bildung eines typischen Sportherzens. Das Sportherz wird nie ausgebildet, wenn Kraft- oder Sprintsportarten ausgeübt werden.
Bei einem Sportherz wird das Herzvolumen durch die erweiterten Herzkammern größer. Ausdauersportler mit Sportherz haben daher häufig das doppelte Herzvolumen wie eine untrainierte Normalperson. Zudem ist das Schlagvolumen (= Blutmenge, die pro Herzschlag ausgeworfen wird) eines Sportherzens größer als bei Untrainierten. Das bedeutet, dass dem Sportherz um ein angemessenes Herzminutenvolumen zu gewährleisten, weniger Schläge pro Minute ausreichen als dem Herz eines Untrainierten. Das Sportherz arbeitet also ökonomischer und leistungsfähiger.
Nach Beendigung regelmäßiger Ausdauertrainingseinheiten bildet sich das Sportherz in relativ kurzer Zeit wieder zurück. Das bedeutet wiederum, dass man nicht von früherem Hochleistungstraining bis in die Ewigkeit Gebrauch machen kann.
Früher wurde das Sportherz als schädlich angesehen, da mit einem Sportherz häufig ein sehr niedriger und auch unregelmäßiger Puls verbunden ist. Diese Vorwürfe wurden allerdings widerlegt, auch aus dem Grund, dass sich das Sportherz zurückbilden kann.
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