Gesundheit
Wie hält man das Herz fit?
Das Herz ist nicht nur aus romantischer Sicht unser wichtigstes Organ, schließlich sichert es die lebensnotwendige Durchblutung unserer Organe! Es liegt im Brustraum über dem Zwerchfell und zwischen den beiden Lungenflügeln. Es gleicht einem etwa faustgroßen, abgerundeten Kegel, dessen Spitze nach unten und etwas nach links vorne weist. Das gesunde Herz wiegt etwa 0,5% des Körpergewichts, im Durchschnitt zwischen 300 und 350g. Durch Zusammenziehen bzw. Erschlaffen sorgt dieses muskuläre Hohlorgan für den Blutumlauf. Es besteht aus zwei Hälften, die durch die Herzscheidewand voneinander abgetrennt sind. Die rechte Herzhälfte pumpt das Blut durch den Kreislauf der Lunge, während die linke Herzhälfte das Blut durch den restlichen Körper befördert.
Wenn wir uns bewegen, brauchen die arbeitenden Muskeln mehr Energie und mehr Sauerstoff, welche durch die roten Blutkörperchen zu den Muskeln transportiert werden. Das Herz muss also aktiver arbeiten, um mehr Blut durch den Körper zu pumpen. Bei regelmäßiger Bewegung passt sich das Herz an die veränderten Bedingungen und richtet die Arbeit effektiver aus. Dabei vergrößern sich die Herzkammern und die Herzwände werden dicker und garantieren so ein kraftvolleres Arbeiten. Durch die Muskelbewegung wird Glucose verbrannt und die Blutgefäße vergrößern sich und werden elastischer. Bewegung bringt zudem den Fettstoffwechsel in Schwung, das Herz kann effektiver arbeiten und das Schlagvolumen des Herzmuskels vergrößert sich. Auch die Gefahr von Thrombosen sinkt deutlich, da die veränderte Fließ- und Gerinnungseigenschaft des Blutes die Bildung von Blutgerinnseln verhindert.
Sogar bei Spaziergängen in einem mittleren Schritttempo von etwa vier Kilometern pro Stunde zeigt die Herztätigkeit eine deutliche Besserung. Schon regelmäßiges Zufußgehen verringert das Herzinfarktrisiko signifikant. Langfristig bildet ein trainiertes Herz einen wichtigen Schutzfaktor gegen gefährliche Krankheiten wie Herzbeschwerden, Herzinfarkt oder Schlaganfälle.
Ein zu stark vergrößertes Herz birgt jedoch auch Gefahren, da die Koronararterien nicht in gleichem Maße mitwachsen und es so zu einer Mangelversorgung mit Sauerstoff kommen kann. Die kritische Grenze liegt bei 500g. Daher sollte übertriebene sportliche Betätigung vermieden werden. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt vier- bis fünfmal pro Woche 30 bis 45 Minuten in mäßiger Intensität. Für Menschen mit Herzproblemen können Sportarten wie Wandern und Walking, moderates Jogging, Radfahren, Skilanglauf, Schwimmen oder Golf, nach Rücksprache mit dem Arzt auch Tanzen und Alpiner Skilauf empfohlen werden. Nicht geeignet dagegen sind Fußball, Tauchen, Squash und Hockey.
Doch nicht nur Bewegung fördert die Gesundheit des Herzens. Um das Herz fit und leistungsfähig zu halten, sollte man auf Rauchen und Alkoholgenuss verzichten. Letzteres erhöht den Blutdruck und begünstigt zudem Unregelmäßigkeiten des Herzschlags. Um das schädliche LDL-Cholesterin, das für Gefäßablagerungen und dickes Blut verantwortlich ist, zu vermeiden, sollte der Genuss von Fleisch und tierischen Fetten gering gehalten werden. Vitamine und Ballaststoffe gelten als indirekter Herzschutz, da diese einen überhöhten Blutzucker- und Insulinspiegel verhindern. Zum Schutz der Gefäße und Zellen seien Obst, Gemüse und Getreideprodukte empfohlen. Salz in zu großen Mengen kann Mechanismen in Gang setzen, die den Blutdruck erhöhen, zudem lagert der Körper mehr Flüssigkeit ein, was wiederum zu einer Verengung der Gefäße führen kann. Auch Übergewicht schadet den Gefäßen. Neue Studien zeigen darüber hinaus, dass Übergewicht auch ein Risiko für den so genannten plötzlichen Herztod ist. Abnehmen ist deshalb eine effektive Medizin fürs Herz. Zudem schadet ein erhöhter Adrenalinspiegel, meist ausgelöst durch Stress, dem Herzen. Adrenalin treibt den Blutdruck in die Höhe und erhöht den Herzschlag. Progressive Muskelentspannung, Yoga und Autogenes Training können dem entgegenwirken, aber auch Fitness führt zur Entspannung.
