Gesundheit
Bluthochdruck
Jeder zweite Deutsche leidet bereits an Bluthochdruck, eine der Begleiterscheinungen der westlichen Lebensweise und in ihrer Hauptausprägung eine typische Wohlstandskrankheit. Bluthochdruck ist stark vom Geschlecht und vom Alter des Patienten abhängig. Unter den jüngeren Menschen sind vor allem Männer davon betroffen, bei älteren Menschen Männer und Frauen etwa gleich stark.
Um zu verstehen, wie Bluthochdruck entsteht, muss zunächst das Phänomen des Blutdrucks selbst betrachtet werden. Das Herz schlägt, indem sich der Herzmuskel zusammen zieht und dadurch das Blut durch die Arterien des Körpers gepumpt wird. Diese setzen dem Blut einen bestimmten Widerstand entgegen, so dass es hindurch- aber nur schwer wieder zurückfließen kann.
Der Blutdruck entsteht nun durch die Pumpbewegung des Herzens verbunden mit dem Gefäßwiderstand. Wird er beim Arzt gemessen, erhält man immer zwei Werte, den oberen und den unteren Blutdruck. In der Fachsprache systolischer und diastolischer Wert genannt, werden sie in mmHg angegeben. Der obere Wert gibt den Gefäßwiderstand in der Arterie im Moment der Kontraktion des Herzmuskels wieder, der untere Wert spiegelt die Druckverhältnisse im entspannten Zustand. Bei Erwachsenen beträgt der optimale Blutdruck etwa 120/80 mmHg, gesprochen 120 zu 80. Dass dieser Wert im Laufe des Tages schwankt, zum Beispiel abhängig von emotional aufreibenden Ereignissen oder körperlicher Betätigung, ist völlig normal.
Vorsicht ist jedoch geboten, wenn einer oder beide Werte über einen längeren Zeitraum dauerhaft hoch sind. Das heißt, im Ruhezustand werden bei Erwachsenen wiederholt Blutdruckwerte von 140/90 mmHg oder höher gemessen. Dann liegt vermutlich ein krankhafter Bluthochdruck vor, der unbedingt vom Arzt behandelt werden muss, um bleibende Schäden zu verhindern. Da das Herz viel schneller schlägt, muss es sehr viel mehr Leistung bringen, was auch die Arterien mit einem dauerhaft hohen Druck belastet. Je nach Schweregrad teilt man Bluthochdruck in drei verschiedene Stadien ein, nach denen sich auch die Therapie richtet.
Während einige Patienten überhaupt keine Beschwerden verspüren, leiden die meisten an Nervosität, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen oder Kreislaufproblemen. Wenn die Beschwerden andauern, besteht das Risiko, dass die Gefäßwände der Arterien beschädigt werden, Arteriosklerose entsteht. Durch den dauerhaften Bluthochdruck verstopfen die Arterien durch Fett und Kalkpartikel zusehends, die Wände werden starr und porös. Da sie sich so nicht mehr an die Blutdruckschwankungen anpassen können, muss das Herz immer noch mehr leisten, was wiederum zu noch stärkerem Bluthochdruck führt. Im schlimmsten Falle erleidet ein Patient mit verengten oder gar verschlossenen Gefäßen einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.
Bluthochdruck ist allerdings in den wenigsten Fällen genetisch bedingt. Ebenso verhältnismäßig selten entsteht Bluthochdruck als Folge einer Organ- oder Systemerkrankung, wie zum Beispiel aufgrund einer Nierenerkrankung. In den meisten Fällen ist er die Folge eines langfristig ungesunden Lebensstils und ist auf falsche Ernährung, Übergewicht, Alkohol und Nikotin, Stress oder mangelnde Bewegung zurückzuführen. Dies bedeutet umgekehrt jedoch auch, dass eine veränderte, gesündere Lebensweise bei Bluthochdruck eine medikamentöse Behandlung ersetzen oder zumindest aktiv unterstützen kann.
Nur wenige wissen übrigens, dass Bluthochdruck auch durch weit verbreitete Medikamente wie die Antibabypille, Cortisonpräparate oder Antirheumatika verursacht werden kann, ebenso wie durch viele aufputschende Drogen.
Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt kann eventueller Bluthochdruck frühzeitig erkannt und eine geeignete Therapie gefunden werden, je nach Stadium der Erkrankung. Bei positivem Befund sollten Patienten zuallererst ihre Lebensgewohnheiten überdenken. Neben der Reduzierung von Übergewicht sollte mit Salz, Zucker und Fett äußerst sparsam umgegangen werden. Gemäßigter Ausdauersport stärkt Herz und Kreislauf und ist ein sehr wirksames Mittel um die gefährlichen Stresshormone abzubauen. Zigaretten und Alkohol sind bekanntlich ebenso in Maßen zu genießen, besser ist es jedoch, in dieser Hinsicht abstinent zu leben.
