Gesundheit
Gelenkbeschwerden
Der menschliche Bewegungsapparat muss im Laufe eines Lebens ständig Höchstleistung bringen. Je nachdem ob wir stehen, gehen, sitzen oder körperliche Tätigkeiten verrichten, werden unsere Muskeln und Gelenke auf ganz unterschiedliche Weise belastet.
Bei jungen Menschen sind die Gelenke noch gut geölt, es sind noch keine Abnutzungserscheinungen vorhanden. Je älter wir werden, desto höher ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass Knochen und Gelenke durch völlig natürlichen Verschleiß erkranken. Dies muss jedoch nicht unbedingt Schmerzen bereiten. Gelenkbeschwerden entstehen meist erst dann, wenn sich die Gelenke entzünden oder durch zuwenig Gelenkschmiere jede Bewegung schmerzt.
Im Allgemeinen leiden Frauen viel häufiger als Männer an Gelenkbeschwerden. Diese müssen jedoch nicht unbedingt mit dem Alter zusammen hängen, was dann Arthrose genannt wird. Gelenkbeschwerden können vielmehr auch durch eine Sportverletzung oder als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen, in Form von Gicht beispielsweise, auftreten. Sind die Gelenke dauerhaft entzündet, spricht man von chronischer Polyarthritis.
Die Arthrose, also der Gelenkverschleiß im Alter, gehört zu den häufigsten Gelenkbeschwerden und betrifft vor allem die stark belasteten Knie- und Hüftgelenke. Die knorpeligen Beläge, die normalerweise den reibungslosen Kontakt zwischen den Gelenkflächen ermöglichen, sind abgenutzt und die Gelenke stoßen direkt aufeinander. Bei einer ruhenden Arthrose treten Gelenkbeschwerden nur selten oder bei bestimmten Bewegungen auf. Durch kleinere Unfälle oder Stürze kann jedoch schnell eine akute Arthritis entstehen.
Eine Arthrose kündigt sich anfangs meist durch die Steifheit bestimmter Gelenke nach einer längeren Ruhepause an, am Morgen nach dem Aufstehen zum Beispiel. Der Patient fühlt sich kraftlos und ermüdet schnell, Kälte verstärkt die Gelenkbeschwerden zusätzlich. Erst im späteren Stadium schmerzen die Gelenke dauerhaft, sogar im Ruhezustand. Kennzeichen der Arthrose sind meist gerötete oder sich warm anfühlende Gelenke, Gelenkbeschwerden bei Bewegung oder Druck, sowie Reibegeräusche im Gelenk.
Gelenkbeschwerden kann jedoch auch mit geeigneten Maßnahmen vorgebeugt werden. Dazu sollte der gesamte Bewegungsapparat gut gepflegt und auf die Gesundheit von Knochen und Gelenken geachtet werden. Ein Orthopäde kann bereits bei Kindern und Jugendlichen die Knochenentwicklung einschätzen, er sollte die Gelenkstellung der Beine, die Knorpeldicke, die Knochendichte und die Gelenkschmiere überprüfen. Wichtig sind zur Vorbeugung von Gelenkbeschwerden neben der richtigen calciumreichen Ernährung auch ausreichend Bewegung und die Reduktion von Übergewicht. Denn je schwerer die Person, umso mehr Gewicht müssen Knochen und Gelenke Tag für Tag tragen und umso schneller nutzen sich die Gelenke ab. Wer im Beruf oder in der Freizeit seine Gelenke einseitig belastet, sollte zum Ausgleich gymnastische Übungen oder andere ausgleichende Sportarten durchführen. So gefährden Tennisspieler zum Beispiel vor allem ihre Ellbogen, Golfer dagegen ihre Schultern.
Grundsätzlich sollte man beim Tragen von schweren Lasten auf rückenfreundliche Bewegungsabläufe achten und die Knie nicht zusätzlich belasten. Längeres Stehen und Gehen belastet die Kniegelenke ebenfalls stark. Zwischendurch sollte man sich also öfter hinsetzen, das entspannt. Auch in Schuhen mit hohen Absätzen ist das Kniegelenk einer stärkeren Belastung ausgesetzt. Diese sollten daher nur in Ausnahmefällen getragen werden.
Wenn vom Arzt nach eingehender Untersuchung Gelenkbeschwerden beziehungsweise Arthrose diagnostiziert wurden, können und sollten die betroffenen Patienten aktiv den Heilungsprozess unterstützen. Dabei kommt es auf einen ausgewogenen Wechsel zwischen Belastung und Entlastung der Gelenke an. Diese sollten nicht unnötig Wasser und Kälte ausgesetzt und stets ausreichend warm gehalten werden. Schuhe sollten eine weiche Sohle mit Stoß dämpfender Wirkung besitzen, beim Gehen sollte man unebene Wege meiden, um die Gelenke nicht zusätzlich zu erschüttern und die Therapie der Gelenkbeschwerden nicht zu gefährden.
