Wellness

Autogenes Training

Autogenes Training ist eine der ältesten Selbstentspannungsmethoden. Der Begriff stamm aus dem Griechischen autos = Selbst und Lateinischen suggestio = Eingebung. Suggestion bedeutet die Beeinflussung des Denkens, Fühlens oder Handelns eines Menschen durch Entspannung und Konzentration.

Bereits 1552 v. Chr. wurde in alten Papyrusschriften der Ägypter über diese Methode berichtet. Der britische Chirurg James Braid erkannte die physiologischen und psychischen Voraussetzungen des künstlich hervorgerufenen Schlafzustandes und nannte es Hypnose. Am Ende des 19.Jh. beschäftigte sich der deutsche Hirnforscher Oskar Vogt in Bezug auf Braid mit der Selbst-Hypnose und schließlich entwickelte J.H. Schultz 1932 auf dieser schon erforschten Grundlage das autogene Training als Selbstentspannungstechnik.

Ziele des autogenen Trainings

Durch Konzentration, Entspannung und Ruhe versinkt der Mensch in einen anderen Bewusstseinszustand. Man lernt bestimmte unbewusste Körperfunktionen selbst zu beeinflussen. Die Ziele des autogenen Trainings umfassen die Entspannung der Körpermuskulatur, Linderung der Schmerzen, Beruhigung von verschiedenen psychischen Ängsten und die Steigerung der physischen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Anwendungsgebiete von autogenem Training

Autogenes Training ist besonders für nervöse Menschen geeignet und wird u. a. oft bei Psychotherapie eingesetzt. Die erfolgreiche Wirkung bei der Therapie von Angststörungen, Schlafstörungen, Asthma, Spannungskopfschmerzen sowie Bluthochdruck wurden bereits empirisch nachgewiesen. Außerdem hilft autogenes Training bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, der inneren Drüsen (z.B. Beschwerden der Wechseljahre, Schilddrüsenerkrankungen), der Bewegungsorgane, des Urogenitalsystems und der Haut (z.B. starker Juckreiz). Autogenes Training kann auch zur Entbindungserleichterung mit den Folgen einer schmerzarmen Geburt zum Einsatz kommen. Des Weiteren kann man gesundheitlichen Störungen vorbeugen – besonders solchen, die aus Stresssituationen und anhaltenden Spannungszuständen entstehen. Man lernt mit autogenem Training den Alltag und den täglichen Druck friedfertiger anzugehen.

Durchführung von autogenem Training

Autogenes Training umfasst verschieden Übungen, welche die Selbstentspannung und -versenkung erleichtern. In der Regel führt man autogenes Training in kleinen Gruppen und im möglichst geräuschlosen Raum durch. Dabei legt man sich entweder auf den Rücken oder nimmt eine passive Sitzhaltung in einem bequemen Sessel ein. Folgende Übungen können in einzelnen therapeutischen Sitzungen erlernt werden:

• Schwereübungen zur Muskelentspannung
• Wärmeübungen zur Entspannung der Blutgefäße
• Herzübungen zur Beeinflussung der Herztätigkeit, insbesondere des Herzrhythmus
• Atemübungen
• Sonnengeflechtsübungen zur Beeinflussung der Bauch- und Unterleibsorgane ("Sonnengeflecht" = Nervengeflecht im zentralen Bauchraum)
• Kopfkühleübungen