Wellness

Stangerbad

Das Stangerbad ist ein Wannenbad mit Elektroden an den Seitenwänden der speziellen Behandlungswanne, die durch Steuerung verschiedentlich gepolt werden können. Durch das warme Wasser, ca. 500 bis 600 Liter, wird durch diese Elektroden Gleichstrom ins Wasser geleitet. Das Stangerbad wird daher, unter anderem, auch hydroelektrisches Vollbad benannt.

Das Stangerbad ist somit eine Therapieform, die aus der Verbindung von der entspannenden Wärme des Wassers und einer Elektrobehandlung hervorgeht. Der galvanische Strom, ein gleichmäßiger Gleichstrom, der ohne Impulse verläuft, strömt schließlich, je nach Steuerung des Stroms, teilweise oder ganz durch alle Körperteile des zu Behandelnden. Dabei regelt ein Stromstärkeregler an der Therapiewanne die Dosierung der Stromzugaben. Um die Leitfähigkeit des Wassers zu erhöhen, werden dem Stangerbad arzneiliche Zusätze beigefügt, darunter Salze und gerbstoffhaltige Beimischungen.

Der Arzt muss unter Berücksichtigung der Art und Schwere der Leiden des Patienten die Zahl der Anwendung eines Stangerbads bestimmen. Zudem setzt er die verschiedenen Zusätze fest, die dem Stangerbad beigefügt werden müssen, sowie Strömungsrichtung, -dauer und -stärke. Außerdem wird die Wärme des Wassers vorgegeben und die Art des Stroms, denn neben dem galvanischen Strom, gibt es ebenfalls den faradischen Strom, ein unterbrochener Gleichstrom.

Meist wird ein Stangerbad bei Physiotherapie verschrieben, aber auch zur Muskelentspannung und einfachen Stimulation der Muskel- und Nervenaktivität. Dabei wirkt der beigesetzte Strom gefäßerweiternd und fördert damit die Durchblutung. Außerdem kann der Strom Schmerz lindernd wirken. Der Tonus regulierende Effekt, den man dem Stangerbad zuschreibt, bedeutet Abbau von Überspannungen. Der Tonus wird angehoben und die Überspannungen werden damit gemindert. Ein Stangerbad wird Menschen mit Muskelrheumatismus, Nervensystemserkrankungen, Ischias oder diversen Gefäßerkrankungen empfohlen. Auch posttraumatischen Zuständen oder Wechseljahrsbeschwerden kann mit einem Stangerbad Abhilfe geschafft werden.

Patienten mit Lungenbeschwerden und/oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird vom Stangerbad ausdrücklich abgeraten. Auch bei fieberhaften Zuständen oder bei Metallteilen im Körper sollte man das Stangerbad meiden. Auch bei entzündungsgefährdeten Hauterkrankungen kann das Stangerbad eher schaden als nutzen.

Die Badedauer des Bades sollte 20 Minuten nicht überschreiten. Der Strom sollte beim Einstieg langsam angehoben und beim Verlassen des Bades niedriger geschalten werden. Es besteht sonst Stromschlaggefahr.