Wellness

Ölkur

Anwendungen mit Öl sind in der Naturheilkunde und besonders im Ayurveda häufig. Der Begriff Ölkur steht jedoch nicht als Überbegriff für alle diese Anwendungen, zu denen etwa auch Ölbäder zählen, sondern bezeichnet das Spülen der Mundhöhle mit Pflanzenölen, das auch als Ölziehen oder Ölsaugen bezeichnet wird.

Als Volksheilmittel ist die Ölkur aus der Ukraine und aus dem indischen Ayurveda bekannt. Sie beruht laut ihren Vertretern auf dem Prinzip, dass Gift- oder Schlackenstoffe sowie Krankheitserreger aus dem Körper gezogen und im Öl gebunden werden. Ein neueres Modell des Wirkungsmechanismus der Ölkur besagt, dass die Entgiftungswirkung auf einer Aktivierung der Speicheldrüsen durch Kaubewegungen beruhe.

Das Öl soll bei einer Ölkur nämlich ungefähr 15 Minuten lang im Mund hin- und herbewegt und zwischen den Zähnen hindurch gezogen beziehungsweise durchgekaut werden. Positive Reaktionen auf Ölkuren werden u. A. berichtet bei Kopfschmerzen, Parodontose, Zahnschmerzen, Entzündungs- und Verschleimungskrankheiten, Krankheiten der Atemwege, Halsschmerzen, Thrombose, Arthrose, Ekzemen, Magengeschwüren, Darmerkrankungen, Herz- und Nierenbeschwerden, Gehirnhautentzündung und Frauenkrankheiten.

Ferner können Ölkuren zur unterstützenden Behandlung bei allen Krankheiten eingesetzt werden, bei denen eine Entgiftung der Gesundheit förderlich ist. Dies ist etwa bei Lebererkrankungen, Allergien, Nervenkrankheiten, Hautproblemen oder im Rahmen einer Krebstherapie der Fall.

Für Ölkuren eignet sich kalt gepresstes natives Öl aus kontrolliert biologischem Anbau, etwa Sonnenblumeöl, Sesam-, Kürbiskern- oder Olivenöl. Wichtig ist, dass das Öl nach dem Spülen nicht heruntergeschluckt werden darf, da ansonsten die Giftstoffe im Körper verbleiben. Eine Ölkur sollte immer vor dem Essen vorgenommen werden, am besten morgens direkt nach dem Aufstehen.

Es genügt, eine Menge von einem Teelöffel bis zu einem Esslöffel Öl für eine Ölkur zu verwenden, da sich das Volumen des Öls im Mund durch den Speichel erhöht. Nach einer Ölkur sollte die Mundhöhle mehrmals mit Wasser gespült werden. Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, wie lange eine Ölkur angewendet werden sollte. Die Empfehlungen reichen von acht bis vierzehn Tagen bis zur prophylaktischen täglichen Durchführung. Die im deutschsprachigen Raum kursierenden Behandlungsempfehlungen gehen vor allem auf zwei Artikel in den Zeitschriften Natur und Heilen sowie Natur und Medizin im Jahre 1991 zurück.