Wellness

Zilgrei

Die komplementärmedizinische Zilgrei-Methode wurde 1978 von dem in Mailand praktizierenden Orthopäden und Chiropraktiker G. Greissing, dem die Chiropraktik selbst nach einer schweren Kriegsverletzung wieder aus dem Rollstuhl geholfen hatte, und dessen Patientin Adriana Zillo entwickelt.

Seit Annfang der 1980er Jahre hat sich Zilgrei in Deutschland verbreitet. Der Name der Methode setzt sich aus den Nachnamen ihrer beiden Begründer zusammen. Die Zilgrei-Methode besteht aus einer Kombination von Atem- mit krankengymnastischen Übungen, welche u. A. aus der manuellen Medizin, der Atem- und Bewegungstherapie und aus dem Yoga entlehnt sind. Ziel ist eine individuelle Verbesserung der Körperhaltung in Verbindung mit Stressabbau und Beseitigung von Schmerzursachen.

Betont wird dabei die Eigenverantwortung des Patienten für seinen Gesundheitszustand. So sind die Zilgrei-Übungen auch bewusst zur Selbstbehandlung und Weiterführung im Alltag gedacht und sollen nicht etwa nur im Rahmen einer Kur praktiziert werden. Im Bedarfsfall können dann gezielt Schmerzen im Bewegungsapparat (Rücken-, Kreuz-, Nacken- und Gelenkschmerzen) oder funktionelle Beschwerden behoben werden. Dabei wird dem Körper nichts aufgezwungen, sondern die Zilgrei-Übungen orientieren sich an den körpereigenen Gesetzmäßigkeiten und Selbstheilungsprozessen.

Zunächst muss der Zilgrei-Praktizierende selbst feststellen, in welcher Bewegungsrichtung Schmerz oder sonstige Beschwerden auftreten. Anschließend nimmt er eine entlastende Gegenposition ein. Dieses Prinzip der Gegenrichtung wird durch eine Energie aufbauende Zwerchfellatmung unterstützt, welche auch aus dem Yoga bekannt ist.

Die Zilgrei-Methode wird zur Selbstbehandlung eingesetzt bei Beschwerden der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates wie etwa Rückenschmerzen, Rheuma und Arthrose, sowie bei Haltungsschwächen, Kiefergelenksbeschwerden, Menstruations- und Menopausebeschwerden, Beeinträchtigung der Augenfunktion, Kopf-, Gelenk-, Muskel- und Organschmerzen, funktionellen Störungen der Organe, Atembeschwerden, Schlaflosigkeit, Migräne, Stressbelastung, Verdauungsbeschwerden und Durchblutungsstörungen. Auch in der Schwangerschaftsbegleitung und Geburtsvorbereitung leistet die Zilgrei-Methode gute Dienste.

Nicht angewendet werden kann oder darf Zilgrei bei Bewegungsunfähigkeit sowie Zuständen, bei denen eine normale Bauchatmung gefährlich wäre. Allgemein dient Zilgrei der Stärkung des seelischen und körperlichen Gleichgewichts, der Begrenzung schädlicher Auswirkungen von einseitiger Körperbelastung, der Verbesserung der physiologischen Atmung, Steigerung der Selbstwahrnehmungsfähigkeit und Vorbeugung gegen allgemeine Erkrankungen sowie der sportlichen Leistungssteigerung.